Skulpturale Zeichnung, entstanden im Zuge der Performance mit Oksana
Zmiyevska und Oleg Soulimenko im K3

Die unterste Zeichnung ist der von der Künsterlin mit Erde auf Transparentpapier nachgezeichnete Fußabdruck. Alle darauffolgenden Zeichnungen wiederholen die erste und weichen von dieser schrittweise ab. Die einzelnen Zeichnungen werden nach Entstehung übereinandergelegt, bis schließlich ein skulpturales Werk entsteht, das in einer Lightbox präsentiert wird.

Die Geschwindigkeit des Zeichenvorgangs muss sich der musikalisch-loopartigen Struktur der elektrischen Gitarre, live von Oleg Soulimneko gespielt, anpassen. Die sparsamen, sich wiederholenden Bewegungen erinnern an jene einer Fabrikarbeiterin und ihren mechanisch anmutenden Abläufen.

In der Performance werden Zuschauer mit Ritualen des Alltäglichen, des Übens, des Wiederholens und des Abweichens konfrontiert.

Was bedeutet es, als Frau einen Fußabdruck, eine Spur, aus und auf der Erde zu hinterlassen? In einer Gesellschaft, in der Geschlechterrollen nach wie vor von traditionellen Werten geprägt sind, ist dieses Werk, angelehnt an Gilles Deleuze’ “Wiederholung und Differenz”, als ein Beitrag zum Bewusstwerden von strukturellen Wiederholungen und schrittweisen Veränderungen zu verstehen.